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Thomas Moser |88 Beiträge veröffentlicht

Tempelhof Ich betreibe seit 2005 eine Website für den Ortsteil Lichtenrade. Als Kiezreporter berichte ich über aktuelle Themen und Events aus dem Bezirk und Berlin. Daten im Überblick: geboren 1956, verheiratet, 2 Kinder

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19.09.2013
Jugendbegegnung

Die Amerika-Entdecker – ein bisschen wie Kolumbus

Die Tempelhofer Jugendorganisation, CPYE e. V. beziehungsweise der damals noch verantwortliche Paper Press e.V, entdeckte 1985 Amerika.

Von Thomas Moser

Foto: Thomas Moser
CPYE: Die Feier zum Jubiläum...Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler gratuliert!
CPYE: Die Feier zum Jubiläum...Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler gratuliert!
Das war einige Jahre nach dem Seefahrer Christoph Kolumbus im Jahr 1492. Aber wie wir heute wissen, ist Kolumbus auch nicht der erste Entdecker von Amerika gewesen.


CPYE schaut nun auf 25 Jahre seit der Gründung des Vereins zurück. Am 26. August 1988 erfolgte die Vereinsgründung durch Bernd Puhlmann und Ed Koch.


CPYE (ausgesprochen si, pi, wai, i) ist die Abkürzung der englischen Übersetzung des Vereinsnamens „Komitee zur Förderung von Jugendaustauschprojekten e. V.“


Jugendbegegnungen: Wie alles begann?


Im Jahr 1978 besuchten junge Norweger Berlin und die Insel Schwanenwerder. Mit aktiven Jugendlichen aus dem Jugendfreizeitheim Mariendorf entstand eine enge Freundschaft, die sich durch jahrelange gegenseitige Besuche immer mehr festigte. Der Norwegenkontakt ist abgebrochen, da sich die Mitarbeiter aus Norwegen „zur Ruhe gesetzt haben.“


Bis 1988 war Paper Press für die Reisedurchführung der Berliner Jugendlichen zuständig, bevor dann CPYE gegründet wurde.


1984 „verschlug“ es einen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins, Mathias Nitschke, nach Marion, Kansas, einer kleinen Stadt im „Wilden Westen“. Er wohnte bei der damaligen Bürgermeisterin, Peggy Blackman, des Ortes, die dann die erste Einladung an Berliner Jugendliche in den Osterferien 1985 organisierte.


In den Erinnerungen von Ed Koch ist nachzulesen: „Allein aus der Idee, Mathias in Kansas lediglich besuchen zu wollen, entstand unser USA-Engagement.“


1992 kam ein weiteres USA-Projekt mit Ken Caryl, einem Vorort von Denver, Colorado, zustande. Die dritte Jugendbegegnung im Jahr 1995 führte dann nach Buffalo im US-Bundesstaat New York. Seit der Zeit gab es schon x Reisen mit x Jugendlichen. Die Jubiläumsreise, nach 25 Jahren USA-Jugendbegegnungen, ging dann 2010 nach Ken Caryl und San Francisco. Das war dann die 39ste Begegnungsreise. Im Jahr 2013 wurde für die Statistik bereits die 42. USA-Reise notiert. Etwas über 500 Teilnehmer nahmen alleine an den Reise über den großen Teich teil.


Keine reine Ferienreise


An den Jugendbegegnungsreisen können Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren teilnehmen. Die Reisen werden von zwei ehrenamtlichen Jugendgruppenleitern begleitet. Den Jugendlichen ist bewusst, dass es sich um keine reine Ferienreise handelt. Aber die Fahrten sind auch nicht mit Vorträgen und Besichtigungen vollgestopft. Der Schwerpunkt ist jedoch das Leben in der Gastfamilie, das von fast allen Teilnehmern geradezu überschwänglich beurteilt wird.


Nach der Farewell-Party am Schluss der Reisen sind dann nicht nur die vielen Kalorien der großen Torte zu verdauen, sondern auch die vielen neuen Eindrücke.


Bis 1999 wurden auch Reisen für Erwachsene angeboten. Ed Koch erinnert sich noch gerne an die Besuche im ARD-Studio Washington mit Wolf von Lojewski oder dem RIAS-Korrespondenten Armin Amler in Malibu. Koch beschreibt die Schwierigkeiten mit der damaligen Jugendamtsleitung und den Bemühungen, einen Zuschuss aus dem Bundesjugendplan in Höhe von 8500 DM zu erhalten: „Sollte ich jemals meine Memoiren schreiben, werde ich den Briefwechsel veröffentlichen.“ Ed Koch betont aber die gute Zusammenarbeit mit der Senatsjugendverwaltung.


USA-Sucht: Eine Sucht, die nicht heilbar ist!


Ed Koch beschreibt das besondere Gefühl seiner vielen USA-Reisen, das er nicht richtig einordnen kann. Zurzeit befindet er sich in USA-Pause: „Auch nach der 35. Landung auf dem amerikanischen Kontinent wurde dieses aufregende Gefühl nicht zur Routine. Vielleicht bin ich USA-süchtig. Ich hoffe, dass dies nicht heilbar ist.“


Auch Chris Landmann, dessen Mutter ihn 1996 auf eine kleine Anzeige von CPYE in einer Zeitung hinwies, ist bei CYPE und Amerika hängengeblieben: „Für mich sind die USA mittlerweile zur zweiten Heimat geworden.“ Besonders betont Landmann die spürbare Freundschaft nach dem 11. September 2011: „Trotz aller Oberflächlichkeit, die den Amerikanern nachgesagt wird und die auch real erlebbar ist, wiegt die Offenheit und Gastfreundschaft, die unseren Jugendlichen und Projektleitern jedes Jahr aufs Neue entgegengebracht wird, positiv.“


So wie bei Chris Landmann lesen Eltern und Großeltern von CPYE und machen ihre Kinder und Enkel darauf aufmerksam. Aber trotz Förderung kostet so eine Reise immerhin rund 1400 Euro (ohne Taschengeld). Das kann sich nicht jeder leisten. Manchmal hilft ein besonderer Anlass, wie der 18. Geburtstag oder das bestandene Abitur, um beim familiären Sponsoring der Jugendlichen so großzügig zu sein.


Seit 1997 hat CPYE auch die Trägerschaft über den jährlichen bezirklichen Rocktreff und das Spielfest übernommen. Zum jetzigen Vereinsvorstand gehören Bernd Puhlmann, Reiner Hanke und Andi Kraft.


Reiner Hanke, Vorstandsmitglied, hat uns zum Jubiläum folgendes Interview gegeben.


Berliner Morgenpost: Was macht CPYE so einzigartig?


Reiner Hanke: Wir sind ein kleiner, aber feiner anerkannter freier Träger aus ehrenamtlichen Aktiven und einer der wenigen Vereine in Berlin, der Jugendbegegnungen mit den USA organisiert.


Welches ganz besondere Erlebnis verbinden Sie mit den USA-Besuchen?


Die Erfahrungen beim Aufenthalt in den Gastfamilien sind unvergleichlich, die Einblicke in die amerikanischen Lebensverhältnisse unbezahlbar. Da zehrt man ein Leben lang von. Die Beziehungen mit unseren amerikanischen Organisatoren und Gesprächspartnern sind sehr herzlich und persönlich, so dass über die Jahre echte Freundschaften entstanden sind.


Was wünschen Sie sich für CPYE in der Zukunft?


Genug engagierte deutsche und amerikanische Freiwillige, damit wir die Jugendbegegnungen fortführen können.


Alles über den Jugendaustausch: www.cpye.de

Quelle: Thomas Moser
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